Seit Jahren arbeiten Bahnchef Mehdorn und Verkehrsminister Tiefensee daran, die Bahn für die Privatisierung vorzubereiten. In dieser Zeit wurden mit 250 000 gestrichenen Stellen über die Hälfte der Arbeitsplätze abgebaut, tausende Kilometer Schiene stillgelegt, hunderte von Bahnhöfen dichtgemacht, Serviceleistungen massiv heruntergefahren und die Preise bis zur Schmerzgrenze angehoben, um an die Börse zu gehen. Was dabei herauskommt, kann man sehr anschaulich in England bewundern, das 1995 die Staatsbahn an private Investoren verkauft hat. Da hieß es: Gewinne rauf, Instandhaltung und Modernisierung des Gleisnetzes kamen zu kurz. Es gab Unfälle mit Toten und Verletzten. Schließlich musste der Staat wieder einspringen und für die Steuerzahler gab es Zusatzkosten in Milliardenhöhe.
Bei der Post erleben wir ja seit Jahren das gleiche Trauerspiel. Statt Postämtern gibt es in vielen Orten nur noch Poststellen, die in Geschäfte mit kurzen Öffnungszeiten integriert sind und die zudem noch ständig wechseln. Die Postbank ist inzwischen nur noch eine Lachnummer: Um Geld abzuheben, muss man kilometerweit fahren. Auch sie soll ja privatisiert werden.
Was bei der Privatisierung von Wasserwerken herauskommt, kann man in Berlin begutachten: Deutlich höhere Preise und ein Leitungsnetz, das immer mehr verkommt. Dasselbe Trauerspiel auch in London. In Ulm passierte das gleiche mit dem Donaubad. Jetzt muss es auf Kosten der Stadt kostspielig renoviert werden.